berichtet das Hamburger Abendblatt. Aktuell seien es ca. 11 % mehr, weniger als erwartete, so der Sprecher des Arbeitsgerichts Lübeck, Gregor Steidle. Armin Buck, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Ahrensburg, hat seine eigene Theorie und unterschiedet bisher drei arbeitsrechtliche Phasen seit Ausbruch der Wirtschaftskrise: Phase I sei die Trennung von Low Performern und älteren Mitarbeitern gewesen, Phase II die Trennung von geschätzten Mitarbeitern, Phase III Massenentlassungen unter Aufstellung von Sozialplänen. Dabei klagen bei weitem nicht alle Mitarbeiter. Die Trennung von Minderleistern und älteren Arbeitnehmer wird meistens per Aufhebungsvereinbarung geregelt, die Einschaltung des Arbeitsgerichts dient in diesen Fällen vor allem der Vermeidung einer Sperrzeit. Bei Sozialplänen klagen viele Arbeitnehmer nicht, weil sie glauben, die Abfindung zu gefährden. Auch im Rheinland lässt sich eine ähnliche Entwicklung beobachen, allerdings scheinen die Phasen je nach Branche unterschiedlich lange zu dauern und unterschiedlich zu starten. Phase IV erwarten wir für die Zeit nach der Bundestagswahl. Dann werden Großunternehmen, die bis jetzt Kurzarbeit genutzt haben, in erheblichem Umfang Personal abbauen.

Quelle: Hamburger Abendblatt vom 6.7.2009

Michael W. Felser
Rechtsanwalt
Felser Rechtsanwälte und Fachanwälte

Arbeitsgericht Lübeck: + 20 % mehr Klagen im ersten Quartal 2009
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