Diese schlichte und mit der Realität auf Kollisionskurs befindliche Gleichung widerlegt nun eine wissenschaftliche Studie des Centre for Economic Performance der London School of Economics, die vom Handelsblatt näher vorgestellt wird. Was an der Studie besticht: Ein renommierter Ökonom geht unvereingenommen an das Thema heran und untersucht die tatsächlichen Wirkungen. Mindestlohn gibt es nämlich in zivilisierten Ländern, die sich der Erkenntnis nicht verschliessen, dass es eine schlimme Fehlentwickung in unseren Zeiten ist, Menschen gegen Entgelt beschäftigen zu lassen, das unterhalb der Sätze von Hartz IV liegt (eine Übersicht gibt es bei Wikipedia).

Das Argument, ein Mindestlohn vernichte Arbeitsplätze, ist im übrigen eine zynische Erpressung, meist von interessierter Seite, allerdings weder neu noch originell. Mutterschutz vernichtet Arbeitsplätze, Kündigungsschutz vernichtet Arbeitsplätze, Mitbestimmung vernichtet Arbeitsplätze. Man nehme das Stichwortregister aus einem Arbeitsrechtshandbuch uns setze die Auflistung selbst fort. Die Menschenwürde sollte im gesellschaftlichen Konsens einer zivilisierten Ökonomie wenigstens die unterste Linie sein. Selbst das scheint keine gesicherte Erkenntnis mehr zu sein.

Mindestlohn kostet Arbeitsplätze?
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