Das Eisenwerk entlässt nun doch 100 Arbeitnehmer, nachdem auch die Zahl 120 die Runde gemacht hatte.  Das Eisenwerk war einmal der größte Arbeitgeber in der Schloßstadt, auch ich habe dort in den Semesterferien mehrfach meine Brötchen an Band I, der Formerei und der Kernmacherei verdient. Die Arbeit in der Produktion des Eisenwerks ist gut bezahlt, aber kein Zuckerschlecken. Viele Mitarbeiter sind seit 30, 40 Jahren im Werk beschäftigt, auch einige, die jetzt die Papiere bekommen sollen. Die Kündigungen sind zwar noch nicht ausgesprochen, mit den betroffenen Mitarbeitern wurde aber bereits gesprochen und der Ausspruch der Kündigung noch im Juni angekündigt. Offenbar ist es dem Betriebsrat  noch gelungen, die Zahl der gekündigten Mitarbeiter in Verhandlungen zu verringern. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat seien abgeschlossen, es sei noch nicht klar, ob eine Beschäftigungsgesellschaft (Transfergesellschaft) angeboten werde. Eigentlich schliesst ein Tarifvertrag Entlassungen bis 2010 aus. Offenbar hat die IG Metall einen Sanierungstarifvertrag vereinbart, der dies revidiert. Mit dem Personalabbau ist es wohl auch nicht getan: auf die verbleibende Belegschaft von immerhin 1400 Beschäfigten kommt ebenfalls ein Sonderopfer zu. Üblich ist ein teilweiser Verzicht auf Sonderzahlungen, Urlaubsgeld und Tariferhöhungen.

Michael W. Felser
Rechtsanwalt

Felser Rechtsanwälte und Fachanwälte

Doch 100 Entlassungen im Eisenwerk Brühl
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