Ein aktueller Beitrag im Handelsblatt mit Interviewzitaten von Frau Kollegin Glock aus Berlin beschäftigt sich mit „Low Performern“, einem sehr interessanten Thema von hoher Aktualität. Damit sind Arbeitnehmer gemeint, die unterdruchschnittliche Leistungen erbringen. In der aktuellen Krise sind Low Performer jedenfalls ins Visier der Unternehmen geraten, was nicht zuletzt die zunehmende Berichterstattung in den Medien zum Thema zeigt. Wir hatten 2006 zu dem Thema geschrieben, als Infineon sein spezielles Programm zur Vertreibung von Low Performern aufgelehnt hatte. Das Ergebnis ist bekannt, Infineon gibt es nicht mehr. Vielleicht hätte man sich mehr auf das Geschäftsmodell konzentrieren sollen. In manchem Low Performer schlummert nämlich ein High Potential und mancher High Potential performt in Wirklichkeit eher low. Bei Führungskräften sind High Potentials nur solche, die auch Low Performer zu Leistungsträgern entwickeln können. Das ist wie im Fussball: Mit 11 brasilianischen Nationalspielern gewinnt schliesslich jeder noch so schwache Fussballtrainer die Meisterschaft. Die Kunst der Führung ist, das Potential normaler Arbeitnehmer zu entwickeln. Das ist die Kernaufgabe der Führungskräfte. Zu Recht belegen Studien und die Erfahrung, dass der Fisch vom Kopf zu stinken beginnt. So war es wohl auch bei Infineon.

Zum Beitrag über Low Performer im Handelsblatt

Michael W. Felser
Rechtsanwalt
Felser Rechtsanwälte und Fachanwälte

Droht Low Performern in der Krise die Kündigung?
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