Wie Spiegel und Focus berichteten, hat das bei Jugendlichen beliebte Portal “Myspace” auf Druck der Ermittlungsbehörden 29.000 Profile gelöscht, die rechtskräftig verurteilten Sexualstraftätern zugeordnet werden konnten. Allein seit Mai 2007 seien 7.000 neue Fälle bekannt geworden, so das Portal.

Allerdings hilft Myspace auch, Sexualstraftäter zu ermitteln: Denn wie beim Handygebrauch hinterlassen diese meistens verräterische Spuren auch im Internet (via futurenet). Unklar dabei bleibt aber, ob Myspace letztlich die Taten oder Versuche, die zur Festnahme führten, nicht überhaupt erst ermöglicht hat.

Myspace sieht ein Mindestteilnahmealter von 14 Jahren vor und setzt angeblich eine innovative Software ein, um Sexualstraftäter zu ermitteln. Eltern wird auch nicht beruhigen, dass es sich bei 180 Mill. angemeldeten Nutzern nur um eine kleine Gruppe handelt. Es darf aber als sicher gelten, dass Portale wie Myspace Pädophile mindestens die gleiche Anziehungskraft haben wie Jugendgruppen in Vereinen und ähnlichem. So steht im Rheinland in Jugendreiseveranstalter im Verdacht, jahrelang Jugendliche auf Reise sexuell belästigt zu haben. Jugendportale machen es Triebtätern allerdings einfacher. Sie können sich unter dem Deckmantel einer jugendlichen Identität verbergen und viel einfacher und schneller Kontakt zu Jugendlichen aufbauen. Der besonderen Gefahr solcher Portale mit entsprechender Anziehungskraft dürfte der Vorschlag kaum entgegenwirken, dass die Eltern die Teilnahme zukünftig genehmigen sollen. Kinder, die in Vereinen belästigt werden, sind auch mit Gehnemigung der Eltern unterwegs. Sinnvoll erscheinen technische Vorkehrungen und Aufklärung. Insofern könnte das Gespräch mit den Eltern vor der Anmeldung sicher helfen.

Michael W. Felser
Rechtsanwalt
Felser Rechtsanwälte und Fachanwälte

29000 böse Onkel auf Myspace: Du dunklen Seiten des Web 2.0
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