diese schlichte Erkenntnis scheint bei Entscheidern über Werbebudgets immer noch nicht angekommen zu sein. Was der berühmte “Fuss in der Tür” in der Nachkriegszeit bei Vertretern war, sind heute sich ins Blickfeld schiebende Werbebanner in TV und Internet, die sich im Internet auch noch gar nicht oder nur zeitverzögert wegklicken lassen. In der Nachkriegszeit klapperten die Vertreter Haustür um Haustür ab, um vorwiegend tagsüber anwesenden Hausfrauen bestimmte Produkte anzudrehen und schreckten dabei auch nicht davor zurück, durch die geöffnete Tür Reis auf den Flurteppich zu werfen, um die Vorzüge eines bestimmten Gerätes mit zweifelhaftem Namen zu beweisen. Derart penetrante Werbemedien lösen heutzutage ganz sicher keine positiven Emotionen zugunsten des Unternehmens aus, das solche Werbemittel einsetzt. Trotzdem glauben viele Werber, man könnte den Erfolg dieser Werbemethoden, die u.a. zum Haustürwiderufsgesetz geführt haben, wiederholen. Vermutlich verkaufen skrupellose Werbefuzzis ahnungslosen Vorständen in Konzernen sogar den angenervten Klick zum Schliessen penetranter Rectangels in Kampagnenräsentationen noch als Erfolg Ihrer Agentur. Nun wundert sich die Branche, dass die Kids sich nicht länger für dumm verkaufen lassen, sie schalten nämlich einfach ab, wie GOLEM berichtet. Die 50er Jahre sind eben vorbei. Und das Internet wird, wenn am Ende nur noch die Leads und die Sales zählen, das überlegene Werbemedium gegenüber dem Fernsehen und den Printerzeugnissen, die nur ungefähr “Blickkontakte” und “Auflage” versprechen. Und am Ende wird die Branche den Verbraucher vielleicht sogar ernster nehmen.

Michael W. Felser
Rechtsanwalt
Felser Rechtsanwälte und Fachanwälte

Penetrante Werbung wirkt negativ
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