Die Krise ist am Arbeitsgericht angekommen. Waren seit 2004 die Klageeingänge an den Arbeitsgerichten rückläufig (lediglich 2007 war eine geringfügige Steigerung zu verzeichnen), so steigen die Zahlen jedenfalls seit Dezember 2008 wieder  an, und zwar kräftig. Der DGB-Rechtsschutz berichtet sogar von einer Steigerung um mehr als 50 %,  in Leipzig soll die Zahl der Klagen am Arbeitsgericht von 461 im November auf mehr als 600 im Dezember 2008 gestiegen sein. In Dresden sei die Zahl der Klagen von November bis Dezember um 45 Prozent von 390 auf 564 gestiegen, so die Welt. Auch am Arbeitsgericht in Wesel waren im Dezember 50 % mehr Klagen eingegangen als normal. Nach Angaben des Arbeitsgericht in Minden sind Leiharbeiter, Teilzeitkräfte und befristet Beschäftigte besonders betroffen.

Trotzdem ist der Langfristtrend rückläufig: Im Jahr 2006 wurden 467.807 Klagen an den Arbeitsgerichten eingereicht, 1996 waren noch knapp 919.000 Klagen bei Gericht eingegangen, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Michael W. Felser
Rechtsanwalt
Felser Rechtsanwälte und Fachanwälte
Brühl (Köln/Bonn)

Krise am Arbeitsgericht
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