Einer wissenschaftlichen Studie des Lehrstuhls für Marketing (Selfmarketing?) der Uni Hohenheim zufolge sollen deutsche Arbeitnehmer durch die Fussball-Weltmeisterschaft im Mittel ein Viertelstündchen von der Arbeit abgehalten worden sein. Mitarbeiter würden danach gerne die Ergebnisse diskutieren und die besten Szenen Revue passieren lassen. Die vergedeute Arbeitszeit entspreche 0,2 % des BSP (Bruttosozialproduktes). Diese Arbeitszeit werde auch nicht nachgeholt.

Soso. Wir machen das in der Kanzlei anders. Arbeitnehmer neigen ja nicht nur dazu, über die WM zu philosophieren, sondern auch über Kinder und Wetter & Co. Da hilft morgens beim Reinkommen sofort nur ein Pflaster auf den Mund oder Einzelbürohaft.

Die Folgen betrieblicher Grosszügigkeit sind dramatisch: Die Studie schätzt den Produktionsverlust jährlich auf 0,4 % des Bruttoinlandproduktes. Klar ist aber, dass die Bundesregierung ja schon über jedes halbe Prozent Wachstum glücklich ist.

Allerdings meldet sich bei den Wissenschaftlern wegen des Petzens auch sofort das schlechte Gewissen: Man müsse dagegen allerdings die 4,7 Milliarden Euro rechnen, mit denen die WM Fans während der Weltmeisterschaft den Konsum anheizen. Gut, dass wir die WM hatten, die Italiener z.B. haben nur den Verlust durch WM Tratsch …

Vermutlich wollten die Wissenschaftler keine Spielverderber sein, wenn sie schon aus dem Nähkästchen plaudern („Was Chef´s immer schon wissen wollten, sich aber nie zu fragen getraut haben …“)

Michael Felser
Rechtsanwalt
Rechtsanwälte Felser

Fachanwalt für WM am Arbeitsplatz
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WM am Arbeitsplatz: neue Studie. Tratschen Arbeitnehmer zu viel?
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