Selbst dann, wenn der Mitarbeiter Geld aus der Kaffeetasse entnimmt und dieses zurückzahlen will, ist eine fristlose Kündigung gerechtfertigt. So entschied das LAG Mainz (9 Sa 662/07) soeben eine Kündigungsschutzklage.

Dies gilt nach Auffassung des Gerichts selbst dann, wenn eine Verzweifelungstat vorliegt, weil sich der Mitarbeiter in finanziell schwieriger Lage befunden hat. Der Kläger hatte aus der Kaffeekasse € 600,00 entnommen; diese aber später zurückzahlen wollen. Der Arbeitgeber kündigte ohne Abmahnung fristlos. Der Betriebsrat hatte der Kündigung nicht zugestimmt. Auch das Arbeitsgericht Ludwighafen hat der Klage des Arbeitnehmers stattgegeben. Das LAG hob diese Entscheidung auf. Das Gericht wies daraufhin, dass schon der Diebstahl geringwertiger Sachen die fristlose Kündigung rechtfertigen kann. Bei einem Betrag von € 600,00 sei die Kündigung daher gerechtfertigt. Ob überhaupt ein Diebstahl vorlag, interessierte die Richter insoweit nicht. Maßgeblich war der mit der Tat verbundene Vertrauensverlust.

Felser Rechtsanwälte

Axel Willmann
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht

Fristlose Kündigung: Ein Griff in die Kaffeetasse
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