Auf der Mitbestimmungsmesse „DieMit“ zeigte ein spannender Workshop von Rechtsanwältin Claudia Schertel (Verdi Innotec) den Stand der Entwicklung, die Risiken und Folgen von RFID auf. Die kleinen RFID-Sender werden nicht nur Barcodes ersetzen, sondern zahlreiche Arbeitsplätze entfallen lassen, die mit „Zählen“ zu tun haben. Inventur gibt es dann nicht mehr, selbst der Inhalt eines Containers oder LKW´s meldet sich selbsttätig zur Erfassung.

Eine gute Erläuterung und die Möglichkeiten des Einsatzes findet man bei Wikipedia.

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig. Im Supermarkt zeigt die Metro bereits, wie der Einkaufswagen das Gekaufte selbst analysiert und automatisch abrechnet. Strategisches Einkaufen wird zum Schachspiel gegen den Computer: Man stelle sich vor, der Einkaufswagen merkt, dass man – wie immer kurz vor Ladenschluss – die Zutaten für Pasta mit Bolognese einkauft. Es fehlt nur noch das frische Organo … Bevor man es erreicht, wird der Computer den Preis höhergesetzt haben ;-). Wie beim Flugzeug werden die Preise gleitend der Nachfrage und der Verfügbarkeit angepasst. Vielleicht.

Skurril erscheinende Einsatzmöglichkeiten werden bereits getestet:

Eine kalifornische Grundschule testet RFID-Chips an Schülern. Die Kinder werden mithilfe der Chips wie Vieh registriert – angeblich zur Steigerung der Sicherheit der Kinder.

http://www.netzwelt.de/news/69805-rfidchips-entlarven-schulschwaenzer.html

In den USA befinden sich zur Zeit rund 18.000 Häftlinge unter RFID-Kontrolle.

http://www.netzwelt.de/news/71230_2-rfid-gefangenenueberwachung-wird-realitaet.html

Filme wie Minority Report zeigen offenbar zeitlich näherliegende Trends auf, als uns lieb sein kann.

Michael W. Felser
Rechtsanwalt
Rechtsanwälte Felser
P.S.: 10 gute Tipps für das Verhalten von Mitarbeitern angesichts zunehmender Überwachung finden sich in der „Karriere“ (Handelsblatt).

RFID-Überwachung: Big(ger) Brother nicht nur im Büro
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